Wenn du wissen willst, ob deine Wetten „funktionieren", scheinen Trefferquote und ROI die offensichtlichen Antworten zu sein. Sind sie nicht. Sie sind die irreführendsten Metriken im Sportwetten-Bereich.
Das Problem mit der Trefferquote
Stell dir zwei Wetter vor:
- Wetter A gewinnt 60 % seiner Wetten — wettet aber nur Favoriten bei Quote 1.50. Langfristig: Verlust.
- Wetter B gewinnt 40 % seiner Wetten — wettet konsequent Value bei Quote 3.00. Langfristig: Gewinn.
Was CLV tatsächlich misst
Closing Line Value (CLV) vergleicht die Quote, die du bekommen hast, mit der Quote, zu der derselbe Markt geschlossen hat. Wenn du zu 2.10 wettest und die Linie zu 1.95 schließt, hatte deine Wette +CLV.
CLV funktioniert, weil die Closing Line die effizienteste Linie ist. Bis zum Anpfiff ist das gesamte Sharp Money eingelaufen — Profis, Syndikate, die Modelle der Buchmacher selbst.
Wie du CLV in der Praxis protokollierst
- Quote und Buchmacher notieren.
- Anpfiff abwarten.
- Closing-Line beim selben Buchmacher (oder Pinnacle-Close) erfassen.
- Berechnung:
CLV% = (deine_Quote / Closing_Quote) − 1. - Rollenden Durchschnitt über die letzten 50–100 Wetten verfolgen.
Bei durchschnittlich +2 % CLV oder mehr über 100 Wetten schlägst du den Markt.
Die einzige ehrliche Frage zu deinen letzten 100 Wetten lautet: „Hat der Markt bis zum Anpfiff zugestimmt?" Alles andere ist Varianz.